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8. März 2015: Aktion gegen das absolute Abtreibungsverbot in El Salvador

(Stand mit offener Petition beim Mädelsflohmarkt)



Am 8. März war internationaler Frauentag. Vor über 100 Jahren nahm er seinen Anfang mit dem Kampf sozialistischer Organisationen um Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen in der Zeit um den Ersten Weltkrieg. Auch heute noch sind Frauen auf vielfältige Weise in vielen Teilen der Welt benachteiligt. Anlässlich dieses Tages haben wir uns mit einem kleinen Stand und einem großen Transparent auf den gut besuchten Mädelsflohmarkt begeben. Das Transparent war mit den Worten "50 Jahre Haft für eine Fehlgeburt? El Salvador! Sag NEIN zum absoluten Abtreibungsverbot!" beschriftet und diente uns als offene Petition, die von allen unterschrieben und mit persönlichen Kommentaren versehen werden konnte, die die Forderung unterstützen. Insgesamt kamen so über 300 Unterschriften zusammen.

Die Aktion war eine Idee des Studierenden-Aktionsnetzwerks (STAN) und Teil der Kampagne "My Body, My Rights", welche sich für sexuelle und reproduktive Rechte von Menschen weltweit einsetzt. El Salvador gehört zu den 5 Ländern Lateinamerikas, in denen Abtreibungen ausnahmslos verboten sind. Ein jeder – auch Ärzte und Mediziner – müssen Anzeige erstatten, wenn sie Kenntnis von einem Schwangerschaftsabbruch erhalten.

Brisant war zuletzt der Fall von Beatriz im Jahr 2013. Sie war unheilbar krank und trug ein Kind in sich, dass die Geburt nicht überleben würde – ihm fehlte die Hälfte des Gehirns und des Schädels. Das oberste Gericht lehnte das Gesuch, die Schwangerschaft abzubrechen, dennoch ab. Erst das Einschreiten des lateinamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte konnte eine Genehmigung der Abtreibung erzielen. Die Gefahr für das eigene Leben sind laut Gesetz kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch. Auch der Abbruch einer aus einer Vergewaltigung resultierende Schwangerschaft ist verboten.

Zudem gab es mehrere Fälle, in denen Fehlgeburten für illegale Abtreibungen gehalten wurden. Hierfür drohen in El Salvador bis zu 50 Jahre Haft (wegen Mordes!). Zu der Zeit unserer Aktion waren 17 Frauen aus diesen Gründen in Haft. Die Besucher des Mädelsflohmarktes baten wir, ihre Solidarität mit den 17 Frauen sowie dem Frauenrechtsverein "Agrupaci&oacun;n Ciudadanaden" (der sich für jene einsetzt) zu zeigen, indem sie sich mit (von uns aus Draht und Papier mit viel Liebe selbstgebastelten) Blumen fotografieren lassen. Versehen mit den Hashtags ‪#‎Las17 und‬ ‪#‎FloresParaLas17‬ wurden die Blumen-Bilder Teil einer weltweiten Solidaritätsaktion.