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8. September: Frauenrechtsbrunch im Gängeviertel



Am 8. September 2015 hatte Amnesty Hamburg zwei tolle Gäste aus Indien:

  • Asha Kowtal (General Secretary All India Dalit Women's Rights Forum)
  • Nusrat Khan (Amnesty International Indien).

Diese berichteten uns in der Loge im Gängeviertel von Frauenrechten in Indien - insbesondere der Unterdrückung von Dalit-Frauen. Die Vorträge waren spannend und unsere Gäste einfach toll; geduldig beantworteten sie sämtliche Fragen.

Verköstigt wurden wir übrigens vom einzigartigen Nasch; Plakatgestaltung (siehe Foto rechts): © Moshtari Hilal.









Zu den Hintergründen:

Im Dezember 2012 erschütterte die brutale Vergewaltigung einer Studentin in New Delhi die indische und weltweite Öffentlichkeit. Sie warf ein Schlaglicht auf die Situation der Frauen in Indien und stellte die gesamte indische Gesellschaft vor die Frage nach Verantwortung und möglicher Abhilfe.

Die Protestbewegung in Delhi und anderen indischen Städten führte zur Einsetzung einer Kommission (Justice Verma Committee), die unter Beteiligung vieler zivilgesellschaftlicher Gruppen innerhalb eines Monats Vorschläge für rechtliche Reformen und praktische Maßnahmen ausarbeitete, um Frauen besser zu schützen. In das neue Gesetz (Criminal Law (Amendment) Act) vom März 2013 sind zwar nur wenige Vorschläge der Kommission eingegangen, doch die Diskussion ist seitdem nicht abgerissen.

Das Problem der Gewalt gegen Frauen wird heute mehr als zuvor in der indischen öffentlichkeit thematisiert; die vielfältigen Erscheinungsformen benannt und auf ihre Ursachen hin befragt. Dabei wird immer wieder hervorgehoben, dass Gewalt gegen Frauen in Indien auch strukturelle Gewalt ist - z.B. Ausdruck von Kastenkonflikten und/oder ökonomischen Abhängigkeitsverhältnissen. Opfer von Vergewaltigungen sind besonders häufig Dalit-Frauen (die früher so genannten "Unberührbaren").

Die verbreitete und anhaltende Gewalt gegen Frauen zeugt auch von Defiziten im indischen Rechtssystem. Nicht nur in Form fehlender oder unzulänglicher gesetzlicher Regelungen, sondern auch und vor allem wegen der mangelnden Umsetzung bereits bestehender Gesetze. Der Zugang zum Recht ist für viele verstellt. Hier setzt die Arbeit zivilgesellschaftlicher Gruppen an, die Opfern von Gewalt zu ihrem Recht verhelfen und so den Kreislauf von Straflosigkeit und Gewalt durchbrechen wollen.